Unterschied zwischen Kurkuma und Curcumin?

In der ayurvedischen Medizin wird es als eines der gesündesten Gewürze der Welt benannt: Kurkuma. Und als neues Superfood in unserem Kulturkreis angekommen, findet man die Wunderknolle in Supermärkten und Bio-Läden und bei Instagram und Pinterest sorgen immer neue Rezepte mit Kurkuma für Likes und Shares.

Doch in Verbindung mit Kurkuma taucht auch immer wieder Curcumin auf und niemand scheint das so richtig auseinander halten zu können. Im folgenden Artikel wird darüber aufgeklärt.

Was genau ist Curcumin?

Bei Curcumin handelt es sich um den sekundären Pflanzenstoff von Kurkuma. Er verleiht der Knolle und dem Gewürz seine einzigartige Farbe. Doch nicht nur das. 

Das organische Molekül Curcumin ist ein Pigment, dass man in der Lebensmittelindustrie schon seit längerem als Farbstoff verwendet. Darum findet man Spuren davon auch in vielen Lebensmittelgruppen. Die meisten kennen es zum Beispiel als einen Inhaltsstoff des Currygewürz. 

Zusammen mit anderen Curcuminoiden wie Cyclocurcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin gehört es zu den aktiven polyphenolischen Verbindungen der Kurkuma Knolle. Neben ätherischen Ölen, Mineralien und Fasern enthält Kurkuma ca. 5% Curcuminoide. 

Aufgrund ihrer vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften werden Curcuminoide extrahiert und in der Forschung in hoher Dosierung für klinische Studien eingesetzt. Diese Extrakte haben jedoch relativ wenig mit der eigentlichen Kurkuma Pflanze gemein.

In Nahrungsergänzungsmittel werden Extrakte aus der Kurkuma Knolle gerne in Form von Kapseln angeboten und eingenommen.

Die Wirkung von Curcumin im Körper

Genau wie die meisten sekundären Pflanzenstoffe, übernimmt Curcumin keine essentiellen Aufgaben in unserem Körper. Dennoch wird ihm verschiedene Wirkungen auf unseren Organismus nachgesagt:

  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell

Obwohl in der westlichen Welt diese Wirkungen auf der Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse noch nicht vollumfänglich bestätigt sind, wird folgender Standpunkt beschrieben: 

Einige Ergebnisse aus Studien mit Curcumin lassen den Schluss zu, dass es die Aktivität antioxidativer Enzyme unterstützt. Außerdem untersucht man die entzündungshemmende Wirkung von Curcumin, die wahrscheinlich mit den antioxidativen Eigenschaften in Zusammenhang steht. Das kann zum einen an der Kommunikation der Immunzellen mithilfe von oxidativen Signalen in Entzündungsherden zusammenhängen und zum anderen daran liegen, dass ein hohes Level oxidativer Moleküle in der Lage ist, Entzündungsreaktionen zu fördern.

So nimmst du Curcumin am besten ein

In Asien, der fernen Heimat der Kurkuma, gibt man deutlich größere Mengen Kurkuma Pulver als Gewürz zu seinen täglichen Speisen, sodass dort die Menschen ganz natürlich von der Heilkraft der Knolle profitieren. Für unseren Geschmack ist Kurkuma in kleinen Mengen zu tolerieren, jedoch in größeren Dosen oder pur ist das Aroma sehr bitter und wenig genussvoll. 

So scheint es einfacher, Curcumin als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln einzunehmen. Dabei darf seine geringe Bioverfügbarkeit aufgrund folgender Punkte nicht vergessen werden:

  • Curcumin ist fettlöslich
  • geringe Aufnahme aus dem Darm
  • schneller Stoffwechsel
  • schnelle systemische Ausscheidung

Die Kombination mit Piperin, welches hier als Bioenhancer (steigert Verfügbarkeit von Substanzen) zum Einsatz kommt, hebt diese Punkte auf. 

Piperin ist als Hauptbestandteil von Pfeffer für die Scharfe des Gewürz verantwortlich. Es ist der best- und erst beschriebene Bioenhancer, der nach seiner Entdeckung im Jahr 1979 in Indien zur Verstärkung der Bioverfügbarkeit von Medikamenten eingesetzt wird und dem eine Erhöhung der Bioverfügbarkeit von 30 bis 200 Prozent nachgesagt werden. Nimmt man Curcumin Präparate in Verbindung mit Piperin ein, wird die Kurkuma Wirkung verzehnfacht.

Wer mit dem reinen Pulver der „Curcuma longa“ seine Gesundheit unterstützen möchte,, müsste mehrere Löffel des bitteren Gewürz einnehmen. Aufgrund der Extraktion ist in den Kapseln Curcumin in hoch konzentrierter Form vorhanden, was die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaft im Vergleich von Kurkuma als Gewürz deutlich erhöhen soll. 

Auch die Mischung von Curcumin mit anderen wasserunlöslichen Stoffen wie Fetten in Form von Liposomen erhöht die Bioverfügbarkeit. Diese mit Flüssigkeit gefüllten Lipidbläschen aus Phospholipiden docken mithilfe ihrer fettlöslichen Doppelmembran gekonnt an menschliche Zellen an und werden zum Überträger von Wirkstoffen. Im Gegensatz zu anderen Substanzen schützen die funktionalen Nanokörper des Curcumin und stellen es dem Organismus schnell zur Verfügung. So wird mithilfe natürlicher Mechanismen die Aufnahme von Curcumin deutlich gesteigert.

Die richtige Dosierung von Curcumin

Curcumin verfügt über einen präventiven Effekt, sodass es über einen längeren Zeitraum eingenommen seine positiven Eigenschaften vorbeugend entfaltet. Daher ist es entweder täglich als Gewürz zu nutzen oder als Nahrungsergänzungsmittel anzuwenden.

Die EFSA – Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit –  empfiehlt eine Curcumin Einnahme von:

  • 3 Milligramm pro Tag und Kilogramm Körpergewicht

Bei einem Gewicht von 70 kg ergibt das 210 Milligramm Curcumin Pulver. In Anbetracht der geringen Bioverfügbarkeit von Curcumin, empfiehlt es sich, dieses zusammen mit Piperin, Fett bzw. Öl oder als fertige Emulsion (Liposomale Formulierung) einzunehmen.

Ist Curcumin nun besser als Kurkuma?

Man könnte nun annehmen, dass Curcumin eine deutliche höhere Wirksamkeit besitzt als die Kurkuma Pflanze selbst. Diesen Fehler machen Hersteller von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln immer wieder.

Und so isolieren sie einen Wirkstoff aus einem natürlichen Lebensmittel oder einer Pflanze und stecken diesen hochkonzentriert in eine Kapsel oder eine Lösung und hoffen auf eine bessere Wirkung. Doch dem ist nicht so.

Gerade bei Pflanzen erinnern Forscher immer wieder an den sogenannten Entourage-Effekt,  der besagt, dass ein Pflanzenstoff am besten in Verbindung mit anderen Stoffen wirkt , die seiner natürlichen Umgebung entsprechen. Das synergetisch Zusammenwirken unzähliger Pflanzenstoffe ist nicht zu unterschätzen, denn viele der positiven Eigenschaften von Heilpflanzen kommt erst durch die Kombination ihrer verschiedenen Substanzen zustande. 

Und das scheint sich auch zu bestätigen, denn in manchen Fällen zeigt Kurkuma tatsächlich eine bessere Wirksamkeit als das extrahierte Curcumin.

Zwar gilt Curcumin als der aktive Pflanzenstoff im Gelbwurz, daneben sind aber noch 300 weitere Stoffe, wie zum Beispiel Turmerin, Turmeronol, Turmerone, Curion, Acoran, Bergamotan, Bisacuron, Germacron, Dehydrozingeron, Furanodien, Elemen und viele weitere mehr in der Wunderknolle enthalten. Da stellt sich doch die Frage, ob es wirklich allein Curumin mit seinen 5 Prozent Anteil ist, welches für die vielen positiven Wirkungen der Pflanze verantwortlich ist.

Das sagen Studien

Auch bei den vielen Studien um Curcumin, welche mit guten Ergebnissen aufwarten konnte, hat man selten die Pflanze als Ganzes zum Vergleich herangezogen. Nur die Wissenschaftler der Universität in Texas machten im September 2013 darauf aufmerksam und sagten aus, dass in manchen Fällen Curcumin dieselben Wirkungen zeigt wie die Curkuma longa, in anderen Bereichen aber allein die Pflanzenknolle wirksam wurde, nicht aber Curcumin. 

Folglich beschäftigt sich die Forschung nun auch mit Kurkuma in Studien, wo sich in Zellversuchen zeigt, dass das Pulver aus der Wunderknolle antimikrobiell wirkt und über krebshemmende Eigenschaften verfügt. Außerdem kann es gesunde Zelle vor Mutation und ionisierender Strahlung schützen. Klinische Studien dokumentieren, dass Kurkuma bei entzündlichen Vorgängen wirkungsvoll eingesetzt wurde, wie zum Beispiel bei: 

  • Krebs
  • Akne
  • Fibrosen
  • Reizdarmsyndrom
  • Lupus
  • Nephritis
  • Diabetes

Im Vergleich: Kurkuma wirkt auf Krebszellen besser als Curcumin

In einer der wenigen Vergleichsstudien von Kurkuma und Curcumin im Anderson Cancer Center in Texas zeigt sich, dass Kurkuma bei Blutkrebs über eine doppelt so hohe Zytotoxizität (60 Prozent) gegenüber Blutkrebszellen verfügt wie Curcumin (30 Prozent). Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Pankriaskrebszellen. Hier erreichte die gelbe Wunderwurzel 30 Prozent, Curcumin dagegen nur 15 Prozent. Diese Fakten bestätigen eindeutig, dass Kurkuma durch die Gesamtheit seiner vielen Wirkstoffe deutlich bessere Ergebnisse erzielen kann, als der isolierte Wirkstoff. Das unterstreichen nicht zuletzt Studien, denen zufolge Kurkuma auch ohne Curcumin entzündungshemmende und krebsfeindliche Wirkungen zeigt, was an den in der gelben Knolle befindlichen Tumeronen liegen mag. Zusätzlich ist in Kurkuma Elemen enthalten, welches in China seit langem in der Krebstherapie Anwendung findet.

Das Fazit - Die Kombination macht's

Warum nicht einfach kombinieren? Präventiv kann Kurkuma als Gewürz im täglichen Speiseplan verwendet werden und so die Zellgesundheit schützen. Und im Krankheitsfall können Curcumin Präparate verwendet werden, um unseren Organismus zusätzlich zu unterstützen.

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