Kurkuma in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist der Nährstoffbedarf einer Frau so hoch wie zu keinem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben. Genau aus diesem Grund ist eine gesunde Ernährung in dieser Zeit besonders wichtig. 

Doch leider können Lebensmittel, die normalerweise unbedenklich sind und unseren täglichen Speiseplan wirkungsvoll ergänzen, gerade in der Schwangerschaft Probleme bereiten. Daher ist ein wenig Vorsicht geboten bei der Zusammenstellung der eigenen Mahlzeiten für die Zeit der Schwangerschaft und gerade in Bezug auf Gewürze und Kräuter gilt es ein paar Dinge zu beachten. 

Sicher ist dir schon einmal zu Ohren gekommen, dass schwangere Frauen auf rohes Fleisch oder rohen Fisch, Alkohol und Kaffee verzichten sollten. Doch vielen jungen Frauen ist gar nicht bewusst, dass auch bestimmte Kräuter und Gewürze mit Vorsicht zu genießen sind. Ob das auch für das Super Food Kurkuma gilt, das doch als besonders wertvoll und gesund bezeichnet wird? Die Antwort findest du im folgenden Artikel.

Ist Kurkuma in der Schwangerschaft gesund oder gefährlich?

Kurkuma ist nunmehr auch bei uns für seine vielen positiven Eigenschaften bekannt und wird vermehrt nicht nur in Küchen als Gewürz genutzt, sondern auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln gern für die Unterstützung der eigenen Gesundheit eingesetzt. 

So wirkt es unter anderem: 

  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • verdauungsfördernd
  • schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs

Doch trotz all dieser positiven Eigenschaften von Kurkuma sollte während einer Schwangerschaft darauf verzichtet werden. Kurkuma ist dafür bekannt, dass es Nebenwirkungen wie Krämpfe und Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann, was wiederum besonders für schwangere Frauen gefährlich ist, denn sie könnten unter Umständen zu einem Abort führen oder eine Frühgeburt einleiten.

Einige Gründe dafür sind unter anderem dass:

  • eine Hormonumstellung stattfindet.
  • sich die Verdauung ändert und umstellt.
  • neue Nährstoffe in anderen Zusammensetzungen benötigt werden.

Das sagt die Wissenschaft

Hierbei kommt es,  wie bei allen anderen natürlichen Substanzen auch mit auf die Dosierung an. Geringe Mengen Kurkuma, welche Beispielsweise in Curry-Gewürzmischungen enthalten sein können, werden keinen Schaden anrichten, sodass du diese weiterhin bedenkenlos in deiner Küche verwenden kannst. Größere Mengen von mehreren Gramm, wie sie unter anderem für die Goldene Milch  (1 Teelöffel = mehrere Gramm) verwendet werden, solltest du allerdings vermeiden. Und auf keinen Fall sollte Kurkuma in der Schwangerschaft als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. 

Es gibt noch andere Gewürze, die du während deiner Schwangerschaft lieber meiden solltest, wie zum Beispiel Kardamom, Zimt, Oregano und Nelke, denn diese können unter Umständen in größeren Mengen verzehrt auch Wehen auslösen.

So wirken größere Mengen Kurkuma bei Schwangeren

Das Bedenkliche an Kurkuma während einer Schwangerschaft ist der in der Knolle enthaltene Wirkstoff Curcumin. Dieser besitzt Eigenschaften, die für eine schwangere Frau gefährlich werden können. So ist Curcumin unter anderem dazu in der Lage, den Hormonspiegel von Östrogen im Körper einer Frau zu verändern. Östrogen ist als Hormon in der Schwangerschaft ganz besonders von Bedeutung, sorgt es doch unter anderem für das Wachstum der Plazenta. Zusätzlich kann es durch die Veränderung des Östrogenspiegels zu Uterus Kontraktionen kommen, sodass die Wehen einsetzen. Außerdem ist es mittlerweile bekannt, dass es unter der Einnahme von Kurkuma zu einer Hemmung der Blutgerinnung bei der Schwangeren kommen kann, sodass eventuell Blutungen auftreten. Mögliche Folgen solcher Blutungen können unter anderem das Einsetzen der Wehen oder auch im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt sein.

Aus diesen Gründen herrscht die einheitliche Meinung unter den Experten, dass Schwangere auf die Einnahme von Kurkuma unbedingt verzichten sollten. Auch wenn es bisher keine eindeutigen Studien oder wissenschaftliche Belege für diese Aussagen gibt, solltest du doch das Risiko vermeiden.

Da das gemahlene Kurkuma, welcher in Gewürzmischungen zu finden ist, deutlich weniger von dem Wirkstoff Curcumin aufweist, kannst du diesen weiterhin gefahrlos in der Küche als Gewürz verwenden.

Kurkuma kann Wehen auslösen

Wie bereits aufgeführt könnte Kurkuma durchaus dazu führen, dass die Wehen frühzeitig einsetzen, weshalb du in der Schwangerschaft lieber darauf verzichten solltest. 

Es gibt jedoch eine Situation, wo man sich diese Eigenschaft der gesunden Knolle zunutze machen kann. Nämlich dann, wenn der Geburtstermin überschritten ist und du dein Baby nun ungeduldig erwartest. Hier kannst du deinem Nachwuchs mithilfe von Gewürzen wie Kardamom, Zimt, Kurkuma, Nelken oder Ingwer ein wenig auf die Sprünge helfen. Natürlich nur unter Absprache mit deinem Arzt oder der Hebamme. 

Kurkuma in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit ist die Einnahme von Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel oder in anderen Formen in zu hohen Dosen umstritten. 

Für Babys und Kleinkinder wird aufgrund des noch nicht ausgereiften und instabilen Organismus sogar empfohlen, beim Würzen von Speisen auf bestimmte Gewürze wie Kurkuma zu verzichten.

Ab wann ist der Verzehr von Kurkuma wieder unbedenklich?

Aufgrund der Tatsache, dass Kurkuma in unserem Kulturkreis erst relative kurzzeitig genutzt wird und es dazu viel zu wenige wissenschaftliche Studien gibt, sollten schwangere Frauen lieber während der Schwangerschaft darauf verzichten und erst nach der Geburt mit dem Verzehr beginnen. Allerdings gilt das nicht für stillende Mütter, denn wie bereits erwähnt, gibt es noch viel zu wenig Erkenntnisse darüber, wie sich Kurkuma auf die Gesundheit und Entwicklung eines Säuglings auswirken kann.

Übrigens: Die Einnahme von Kurkuma wird eingesetzt bei der Möglichkeit schwanger zu werden.

Tatsächlich kann Kurkuma dich und deinen Partner bei eurem Kinderwunsch unterstützen. So geht aus Studien hervor, dass der Wirkstoff der Kurkuma Knolle Curcumin sich durchaus fruchtbarkeitsfördernd auswirken kann. Dabei wirkt das Curcumin regulierend auf den Östrogenhaushalt. Das Östrogen unterstützt die Hirnanhangsdrüse dabei, ein bestimmtes Hormon zu produzieren, welches dann zusammen mit dem Hormon Progesteron zu einem Eisprung führt. Und genauso kann Kurkuma bei deinem Partner eingesetzt werden, denn in geringen Mengen verzehrt, unterstützt Curcumin eine gesunde Spermienproduktion. 

Dabei solltet ihr immer ein Auge auf die Dosis haben, denn ist diese zu hoch angesetzt, löst sie eher das Gegenteil aus. Dann nämlich senkt es den Testosteronspiegel im Blut und mindert den Bewegungsdrang der Spermien. Auch bei dir kann es dann eher dazu führen, dass der Eisprung gehemmt wird. 

In einigen Kulturen war das bereits lange bekannt und so wurde tatsächlich in Indien hochdosiertes Kurkuma in Mengen von 8 bis 12 Gramm täglich für die Geburtenkontrolle eingesetzt.

Ein unbedenkliche und für den Kinderwunsch förderliche Dosis von bis zu 3 Gramm (1/2 Teelöffel) pro Tag ist also genau richtig und wird zum Beispiel auch bei Verdauungsbeschwerden empfohlen. Dies bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche die gleiche Menge Kurkuma zur täglichen Behandlung empfiehlt.

Das Fazit - In der Schwangerschaft wird Kurkuma vom Superfood eher zum Vorsicht-Food

Obwohl Kurkuma tatsächlich aufgrund seiner Eigenschaften und vielen wertvollen Inhaltsstoffe ein Superfood ist, scheint die Studienlage bezüglich der Wunderknolle recht lückenhaft, sodass es besser ist während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Kurkuma und die daraus hergestellten Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten. 

Gerade in Bezug auf die Vielfalt einer gesunden Ernährungsweise kannst du als Alternative zwischen einer Vielzahl von Gewürzen und Kräutern auswählen und deinen Ernährungsplan zum Beispiel zusätzlich mit Obst, Gemüse und Nüssen ergänzen, sodass der Verzicht von Kurkuma am Ende nicht mehr ins Gewicht fallen wird.

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