Ingwer in der Schwangerschaft

Junge Mütter wollen sich und ihr ungeborenes Kind in der Schwangerschaft natürlich besonders gut und gesund ernährt wissen. Immer mehr von ihnen greifen daher zu natürlichen Substanzen im Falle von Beschwerden und Unwohlsein. 

Besonders beliebt ist dabei die Ingwerknolle, bietet sie doch sowohl im Sommer als auch in den kalten Jahreszeiten aufgrund ihrer vielen positiven Effekte viele Anwendungsmöglichkeiten.

Vor allem in China und Japan wird Ingwer seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt und wo es bei uns anfangs nur als scharfes Gewürz verwendet wurde, kommt es mittlerweile auch hier vermehrt als Allround-Heilpflanze zur Anwendung

Doch wie sieht es mit dem Verzehr von Ingwer in der Schwangerschaft aus? Die Antworten darauf findest du im folgenden Artikel.

Viele Menschen sind überzeugt von der Heilkraft der Knolle und deren Wirkungen wie:

  • Linderung von Übelkeit
  • Hilfe bei Verdauungsbeschwerden und Magen-Darm-Problemen
  • Anregung von Durchblutung und Stoffwechsel
  • Stärkung das Immunsystem
  • Schleimlösende und entzündungshemmende Effekte bei Erkältung und Atemwegserkrankungen

Ja oder nein?

Ingwer in der Schwangerschaft - ja oder nein?

Betrachtet man sich die vielen 150 verschiedenen Inhaltsstoffe von Ingwer, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass er in der Schwangerschaft einen wertvollen Beitrag für Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind leisten kann.

Wertvolle Inhaltsstoffe sind unter anderem:

  • Kalium
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Eisen
  • Vitamin-C
  • zahlreiche B-Vitamine
  • Folsäure
  • ätherische Öle
  • Gingerol

Gingerol werden unter anderem krebshemmende sowie antientzündliche Effekte nachgesagt und es enthält ein Enzym, dass in seiner Wirkung vergleichbar ist mit Aspirin und zur Linderung bei Migräne und anderen Kopf- und Muskelschmerzen beiträgt.

Gegen einen Verzehr von Ingwer in geringen Mengen in der Frühschwangerschaft ist in der Regel nichts einzuwenden. Gerade in dieser Zeit, wo Schwangere sehr oft unter Übelkeit und Erbrechen leiden, ist der maßvolle Verzehr zum Beispiel in Form von Ingwertee bedenkenlos. 

Einig sind sich die Experten allerdings nicht. Einige sind der Meinung, dass Ingwer aufgrund seiner durchblutungsfördernden Eigenschaften dazu führen könnte, frühzeitige Wehen auszulösen, weshalb sie von einer Einnahme von Ingwer während der Schwangerschaft generell abraten. 

Andere dagegen sind sich absolut sicher, dass Ingwer während der gesamten Schwangerschaft keine Gefahr bedeutet.

Fest steht jedoch, dass Ingwer eine wehenfördernde Wirkung haben kann. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft sehen Hebammen und Ärzte keinen Grund, Ingwer komplett zu verbannen und empfehlen diesen sogar für die Linderung schwangerschaftsbedingter Übelkeit, bei Erkältungsbeschwerden oder Kopfschmerzen.

Jede Schwangere reagiert anders

Da jeder Organismus und auch somit jede Schwangere anders auf Ingwer reagiert, kann keine pauschale Aussage dazu gemacht werden, ob Ingwer generell während einer Schwangerschaft erlaubt ist oder nicht. 

In erster Linie zählt das eigene Bauchgefühl und die Regel, dass Ingwer nur in geringen Mengen verzehrt werden darf. Grundsätzlich solltest du deine Hebamme oder den Frauenarzt einweihen, bevor du zu Ingwer greifst. 

Trägt Ingwer zu deinem eigenen Wohlgefühl bei und es sind keine negativen Auswirkungen festzustellen, kannst du ohne Bedenken ab und zu auf Ingwer zurückgreifen. Macht sich allerdings nur das kleinste Gefühl von Unwohlsein breit, solltest zu besser während der gesamten Schwangerschaft auf den Gebrauch von Ingwer verzichten.

Im Endspurt kann Ingwer allerdings wieder unterstützend für die körperliche Vorbereitung auf die Geburt und das Fördern der Wehen eingesetzt werden. Wann hierfür der richtige Zeitpunkt ist und in welchen Mengen und wie du dann Ingwer zu dir nehmen kannst, besprichst du am besten auch mit deinem Arzt und der Hebamme.

Wie viel Ingwer ist erlaubt?

Wie viel Ingwer du zu dir nehmen kannst, hängt ganz von der Darreichungsform ab. Beim Kochen ist der Teelöffel Ingwerpulver als Gewürz kein Problem. Möchtest du dagegen eine Tasse Ingwertee genießen, der aus einer frischen Knolle hergestellt wird, solltest du nur wenige Scheiben dafür verwenden und auch nur 1 Tasse pro Tag davon trinken. Bei Ingwerbonbons oder Ingwerstäbchen gibt es keine Bedenken, wenn diese als Süßigkeit in Maßen genascht werden. 

Vorsicht ist allerdings bei Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Ingwer Kapseln, Tabletten oder Ingwertropfen geboten. Die darin enthaltenen Gingerole sind sehr hoch konzentriert. Daher sollte auf eine Einnahme während der Schwangerschaft verzichtet werden oder zumindest mit dem Arzt abgesprochen sein.

Bei diesen Anzeichen solltest du auf Ingwer verzichten

Ein guter Maßstab ist immer das eigene Wohlbefinden. Wer eine Abneigung gegen die Knolle verspürt, sollte generell auf ihre Nutzung verzichten. Und wer sich nach dem Gebrauch merkwürdig fühlt und verspürt, dass Ingwer nicht guttut, für den gilt das Gleiche. 

Medizinisch betrachtet sprechen folgenden Punkte gegen eine Anwendung von Ingwer:

  • ein empfindlicher Magen
  • eine Gerinnungsstörung bei der Mutter
  • eine Risikoschwangerschaft
  • Blutungen während der Schwangerschaft

Das kann Ingwer in der Schwangerschaft bewirken

Wann immer eine Erkältung im Anmarsch ist, Übelkeit sich breit macht, Magen-Darm-Probleme oder Kopfschmerzen auftreten, kann Ingwer die Rettung sein. Gerade in der Schwangerschaft, wenn die Einnahme von Medikamenten ein Problem darstellt und man lieber zu natürlichen Mitteln greifen sollte.

Bei Erkältung

Eine Erkältung ist immer eine unschöne Erfahrung. Husten, Schnupfen und Schleim machen einem das Leben zur Hölle und schwächen das Immunsystem. 

Die im Ingwer enthaltenen Stoffe haben eine positive Wirkung auf die entzündungshemmende Eigenschaften bei Erkältungssymptomen. Sie verhindern unter anderem, dass sich Krankheitserreger in den Schleimhäuten festsetzen und zusätzlich profitierst du von den antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekten der Ingwerknolle.

Selbst die mit einer Erkältung häufig auftretenden Kopfschmerzen sind mit Ingwer aufgrund seiner Aspirin ähnlichen Wirkung gut zu behandeln. So kann er auch dafür sorgen, dass du nicht zu sehr und den schwangerschaftsbedingten Rücken- und Unterleibsschmerzen leiden musst.

Bei Übelkeit

Schwangere reagieren auf bestimmte Speisen sehr sensibel. Oft reicht auch schon ein Geruch aus, um bei ihnen Übelkeit oder Erbrechen auszulösen und viele von ihnen leiden in den ersten drei Monaten ihrer Schwangerschaft häufig unter morgendlicher Übelkeit, die ohne jeden Auslöser auftritt. 

Ingwer ist in der Lage, mit seinen antiemetischen Effekten diese Probleme zu lindern.

Bei Magen - Darm - Problemen

Daneben sorgt er für eine Steigerung der Magenbewegungen, sodass die Nahrung schneller Richtung Darm transportiert wird und sich der Druck im Magen schneller auflöst. Zusätzlich werden die Produktion von Speichel sowie Magen- und Gallensaft angeregt, was zu einer geförderten Balance im gesamten Verdauungstrakt führt.

Bei all diesen positiven Wirkungen ist natürlich immer zu beachten, dass es bei einer Tasse Tee pro Tag bleiben sollte.

Ingwer kann die Wehen fördern?

Im Gegensatz zur Schwangerschaft, wo Ingwer nur in kleinen Mengen zu sich genommen werden darf, ist er im Finale eine willkommene Unterstützung für die gebärenden Frauen. Wenn der Geburtstermin bereits verstrichen ist, wird es für diese oft zur Qual auf den Beginn der Geburt zu warten. 

In dieser Situation kannst du von der wehenfördernden Wirkung der Wunderknolle profitieren. Mit seiner durchblutungsfördernden Eigenschaften und der Stimulation von Gebärmuttermuskulatur und Darmtätigkeit können die Wehen gefördert werden. 

Hierfür eignen sich am ehesten frische Ingwerscheiben aufgegossen und als Tee getrunken. In der Not kann man auch herkömmlichen Ingwertee in Teebeuteln nutzen. Für einen angenehmeren Geschmack kannst du den Tee mit Honig und Zitrone verfeinern. 

In Apotheken gibt es ebenfalls wehenfördernden Teesorten. Diese enthalten oft Ingwer und auch Himbeerblätter

Auch anderen Kräutern werden wehenfördernde Eigenschaften nachgesagt, wie zum Beispiel:

  • Zimt
  • Nelken
  • Eisenkraut
  • Liebstöckel
  • Koriander
  • Majoran
  • Cayennepfeffer
  • Oregano

Ist die Einnahme von Ingwer auch während der Stillzeit ratsam?

Ganz im Gegensatz zur Schwangerschaft kann Ingwer in der Stillzeit für Mutter und Kind mit seinen positiven Effekten für die Milchbildung eine große Unterstützung sein. Nicht nur, dass Ingwer die Bildung der Milch anregt, sorgt er zusätzlich dafür, dass dein Baby weniger unter Blähungen leidet, denn der Wirkstoff Gingerol wirkt entspannend auf Magen und Darm.

Und auch wenn du während der Stillzeit unter einer Erkältung leiden solltest, kannst du auf Ingwer zurückgreifen, da die Einnahme von Medikamenten auch hier kritisch eingeschätzt wird.

Bei der Zubereitung des Tees ist es nicht entscheidend, ob du deinen Tee aus fertigen Teebeuteln oder der frischen Knolle zubereitet. Die Wirkung tritt unabhängig davon ein.

Das Fazit - Ingwer kann Schwangerschaftsbeschwerden wohltuend lindern

Als hilfreiches Hausmittel kann eine Tasse Ingwertee oder der Teelöffel Gewürz Pulver dir keinen Schaden zufügen, dich aber bei vielen Beschwerden während deiner Schwangerschaft mit seinen positiven Effekten unterstützen. 

Liegt jedoch eine Risikoschwangerschaft oder eine Neigung zur Fehlgeburt vor, oder leidest du unter Blutgerinnungsstörungen und einem sensiblen Magen, verzichte besser komplett auf die Anwendung von Ingwer.

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